Saturday, March 20, 2010

Der Herbst ist da!

Ich bin in Queenstown angekommen. Dies ansich bedeutet eigentlich nicht viel, aber irgendwie muss ich ja beginnen. In den letzten Tagen war wieder viel Busfahren angesagt. Ich habe ja bekanntlich immer noch mein Busticket welche mich um die ganze Insel(n) bringt und dies soll ja auch genutzt werden. Also stand nach meiner Wanderung nun eine lange Fahrt der Westkueste nach, an. Zwischenstopp gabs unter anderem am Franz Josef und am Fox Gletscher wobei ich beim Ersten auch eine Tagenwanderung auf den Gletscher unternommen habe. War ganz lustig, aber irgendwie auch nicht viel besonderes. Das Wetter war nicht wirklich schoen (kein Wunder da dies die Region mit dem meisten Regentagen im Jahr ist - 254 waren es letztes Jahr) aber auch sonst habe ich mir den Gletscher irgendwie spannender vorgestellt. Aber trotzdem, schlecht wars nicht.

Und jetzt, Queenstown eben. Was auf der Karte nach einer eher groesseren Stadt aussieht, stellt sich als 8500 Seelendorf heraus. Dies ist aber bestimmt schon ein riesen Fortschritt zu den letzten paar Doerfern die ich die letzten Tage gesehen habe. Durch den Tourismus wird die Einwohnerzahl wahrscheinlich noch einmal verdoppelt. Dies bedeutet aber auch das die Preise fuer Essen und Unterkunft hier deutlich steigen. Ich werd aber wahrscheinlich trotzdem hier bleiben fuer ein paar Tage, denn ich moechte wieder Wandern gehen nur die Wettervorhersage prophezeit Regen fuer die kommende Woche. Dann mach ich eben nichts und geb dem Wetter die Schuld!

Nach dem Regen kommt bekanntlich die Sonne (ist uebrigens ein Maori sprichwort - hab ich auf Maori TV gesehen) und dann kanns dann wieder los gehen. Ein paar Sachen gibts auch hier noch zu erledigen, nebst dem staendigen auftreiben von etwas Essbarem steht noch der Kauf einer Kappe an. Genau, es wird naemlich kalt hier! Es herbschtelet.....

Monday, March 15, 2010

Ich habe den Wald und die Baeume gesehen!

Raus aus dem Nationalpark, ran ans gute Essen (und Trinken). Orangensaft, Milch und Brot, wie habe ich euch vermisst. Nun leider gibts gutes Brot auch ausserhalb des Nationalparks nicht, da muss man wortwoertlich um die halbe Welt reisen um das zu kriegen. Aber ich wollte ja hier eigentlich nicht vom Essen erzaehlen, wobei dies grundsaetzlich mein einziger Gedanke ist nach einer Wanderung. Aber eben, schoen wars schon, diese fuenf Tage. Viel Wald, sehr viel Wald, immer Wald, ausser auf dem Gipfel von Mt Travers!

Ich habe gemerkt eine Tendenz zum negativen zu haben, dass soll heissen, wenn ich etwas erzaehle, dann oft nur das Negative. Hier soll das nun nicht anders sein (gerade aextra!). Ich meine, schoen war sie ja schon diese Wanderung, und die Aussicht auf dem Gipfel herlich, aber fuenf Tage im Wald, naja, das ist mir dann doch etwas zuviel. Zudem war in drei der vier Huetten in denen ich uebernachtete, ein Typ der mir so richtig auf die Nerven ging. Allgemein habe ich gemerkt dass bei dieser Wanderung, welche weniger populaer ist, es mehr moechtegern-profi Wanderer gibt, welche einem dann mit ihren superschlauen Tipps kommen wollen und ihren wahnsinnig uebertriebenen Wandergeschichten. Der Dubu konnte jetzt nicht genug oft erzaehlen ueber wieviele Gipfel er in den letzten Tagen gelaufen ist. Und ich konnte mir die Story immer wieder von neuem anhoeren. Raaaa!! Ich war schlussendlich irgendwie froh aus dem Wald herauszukommen, und alleine zu wandern macht doch nicht soviel Spass wie ich mir dies vorgestellt habe. Zumindest nicht wenn man dann die Huetten mit Angebern teilen muss.

Zumindest habe ich jetzt, so scheint es, ein Zimmer fuer mich, sofern die anderen Betten nicht mehr besetzt werden. Nur wer weckt mich Morgen frueh, damit ich meinen Bus um acht Uhr erwische?!

Wednesday, March 10, 2010

Radiowanderung Abel Tasman

Fuenf Tage Wanderung der Kuste nach im Abel Tasman Nationalpark stand auf dem Programm. Was nach einer physikalischen Hoechstleistung klingt ergab sich dann eher als gemuetliches herumliegen an huebschen Straenden. Da wir uns jeden Tag nur eine Strecke von 3-5 Stunden Wandern vorgenommen haben, hatten wir genuegend Zeit jedem Menge Pausen an den schoensten Orten der Strecke einzulegen. Was wir uns natuerlich nicht entgehen liesen. Nichts desto trotz mussten wir natuerlich fuenf Tage Proviant mit uns tragen, wobei wir vielleicht bei der Auswahl unseres Essens uns nicht gerade optimal entschieden haben. Wir hatten etwa zweieinhalb Kilo Aepfel, Bagels welche sehr pilzanfaellig waren und Kaese der extrem schwer zu sein scheint (gell Irene? :))

Als waere dieses Uebel nicht genug, so hat sich Irene am dritten Abend noch mit einer Wespe angelegt (oder die Wespe mit Irene) was dazu fuerte, das ihr Fuss aufs doppelte anschwoll, was sie aber nicht davon abhielt die Wanderung in Flip-Flops zu beenden, denn an Wanderschuhe war ja nicht mehr zu denken.

Ausserdem habe ich waerend dieser Tage gratis Biologieunterricht genossen und viel gehoert ueber Flora und Fauna von Neuseeland. Alles Wissen mit welchem ich auf meinen zukuenftigen Wanderungen angeben kann. Denn die naechste Wanderung steht auch schon bevor (man mag es glauben oder nicht) Morgen gehts fuer fuenf Tage in den Nelson Lakes Nationalpark. Angeblich wartet dort schlechtes Wetter auf mich, aber wir werden sehen!

Monday, March 1, 2010

Tongariro Northern Circuit

Ich bin ja bekannt als ausgesprochener Wandervogel. Kaum ein Berg in der Schweiz denn ich noch nicht erklommen habe. Deshalb ist es ja auch nur naheliegend in Neuseeland, im Land der schoensten Nationalparks ein paar Tage wandern zu gehen. Der Tongariro Northern Circuit, eine viertages Wanderung stand auf dem Programm.

Tag Eins. Zuerst einmal gings darum sich an das Gewicht des Rucksacks zu gewoehnen, schliesslich mussten wir ja auch fuer vier Tage Essen dabei haben. Das Wetter stimmte und die Beine sind noch frisch und munter. Die erste Etappe haben wir dann auch schnell hinter uns gebracht und sind bereits nach ca. 4 ½ Stunden bei unserer Huette angekommen. Somit konnten wir den Rest des Nachmittags die wunderschoene Aussicht geniessen. Die anschliessende Nacht war dann ueberraschend kalt und ich habe einen grossen Teil davon frierend und hellwach verbracht. (Anmerkung fuer eine naechste Wanderung: Warme Kleider mitnehmen)

Tag Zwei. Da fuer diesen Tag das Wetter schlecht aussah, haben wir uns fuer eine kurze Strecke von drei Stunden entschieden und die Erklimung des Vulkans auf den naechsten Tag verschoben. Als wir uns dann schlussendlich aufmachten war es auch bereits Mittag und wir brachten die Strecke in zwei Stunden hinter uns, fluechtend vor dem Gewitter.

Tag Drei. Das Wetter war perfekt und wir sind um 8 Uhr morgens los. Zuerst ein grosses Stueck der Strecke zurueck um danach den Vulkan zu erklimmen (welcher uebrigens in Lord of the Rings auch irgendwo vorkommt) Auf dem Weg dorthin habe ich dummerweise meinen ersten Sturz hingelegt, welcher meine Rechte Hand fuer den Rest des Tages unbrauchbar machte. Nicht gerade optimal wenn man mit einer Hand klettern will, aber es ging auch so. Um ein Uhr waren wir auf dem Gipfel. Vierzig Minuten und drei Stuerze spaeter auch schon wieder unten. Wir machten uns dann auch gleich wieder auf zurueck zu unserer Huette um unser Gepaeck zu schnappen und zur naechsten Huette, drei Stunden entfernt zu laufen. Kurz gesagt, die letzten zwei Stunden unserer 10 Stunden Wanderung waren der reinste Horror fuer mich und ich habe wohl noch nie soviel vor mich hin geflucht. Die Hand und der Ruecken schmerzten von den Stuerzen und die Fuesse vom laufen. Als auch ich schlussendlich am Ziel ankam, waren die Schmerzen nachwievor da, die schlechte Laune jedoch schnell verflogen.

Tag Vier. Eigentlich warens dann nur noch 5 Stunden Weg. Jedoch mit meinen kaputten Fuessen und dem schmerzenden Ruecken war auch dies lange genug. Ich war sehr erleichtert als wir schlussendlich im Dorf ankamen. Leider jedoch nicht das Dorf wo auch unser Hostel war, nein, das war nochmals ein paar Kilometer entfernt. Aber da wir uns zumindest zurueck in der Zivilisation befanden, gabs auch Autos mit freundliche Fahrer, welche uns mitnahmen.
Die (Tor-)Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt und ist jedem zu empfehlen. Nur die Stuerze wuerde ich das naechste mal weg lassen. Die Landschaften sind wunderschoen und absolut einzigartig. Wirklich totales Lord of the Rings Land!

Und wenn ich dann erst mal wieder normal laufen kann, und auch wieder Schuhe anziehen kann gehts auf die naechste Wanderung. Yay!